Hypatia 02

Home   nächste Seite

Über ihr wissenschaftliches Werk

Informationen aus der im folgenden referenzierten Webseite
http://www.frauen-informatik-geschichte.de/index.php?id=24

Zitate:

(1) "Hypatia verfasste ein 13-bändiges Werk zu der "Aritmetica" des Diophant, der im dritten Jahrhundert nach Christus in Alexandria gelebt hatte."
(2) "Darüber hinaus schrieb Hypatia eine achtbändige Abhandlung zu den Kegelschnitten des Apollonius von Perga, der ein Zeitgenosse Diophants war."
"Die mathematischen Untersuchungen kegelförmiger Figuren dienten unter anderem dazu, den Verlauf der Planetenbahnen beschreiben zu können. Die Kegelschnitte stellten eine der Grundlagen für den Durchbruch des heliozentrischen Weltbilds dar, also der Annahme, dass die Erde um die Sonne als Mittelpunkt kreist."
(3)
"Hypatia interessierte sich ebenfalls für Mechanik und angewandte Technologie. Sie soll das Astrolabium erfunden haben, mit dem die Position der Sterne, der Planeten und der Sonne bestimmt werden kann."
(4)
"Die Erfindung eines zweiten wissenschaftlichen Instruments, des sogenannten Hydrometers, wird ihr ebenfalls zugeschrieben. Mit dem Hydrometer kann das spezifische Gewicht von Flüssigkeiten, die Dichte, gemessen werden."
(5) "In einem spätantiken Gelehrtenlexikon wird darauf hingewiesen, dass sich die griechische Wissenschaftlerin vor allem mit der Philosophie von Platon und Aristoteles beschäftigte.

weitere Kommentare aus der oben referenzierten Webseite:
(1) "Dem Christentum galt die antike hellenistische Wissenschaft und Philosophie als heidnisch, ketzerisch und als ein Werk des Teufels."
(2) "Hypatia provozierte auch als Frau durch ihre unabhängige Lebensweise. Sie hatte sich gegen die Ehe entschieden, die sie in der damaligen Zeit unweigerlich in die Abhängigkeit eines Mannes gebracht hätte"

weitere Referenzen

http://www.g-o.de/dossier-detail-486-2.html

Hypatias wissenschaftliche Arbeit:
Sie gilt als Autorin der Kommentare zu Diophantus 13-bändigem Werk Arithmetik, zu den Bänden der Konica des Apollonios von Perga und vermutlich zu Schriften des Ptolemäus. Ihr wird zudem die Erfindung oder zumindest Weiterentwicklung des Astrolabiums zugeschrieben, sowie des Hydrometers. Zudem soll sie bereits ein heliozentrisches Weltbild erforscht und gelehrt haben. Die meisten ihrer Schriften und Werke sind verloren gegangen, daher kann ihr wissenschaftliches Wirken fast nur auf Basis von Aussagen ihrer Zeitgenossen oder späterer Gelehrter beurteilt werden. Unter diesen aber genoss sie einen weit über die Grenzen Alexandrias bekannten guten Ruf."

Über den Film Agora

Heute habe ich den Film gesehen, Samstag 23.10.2010.
Link: Ein Review zum Film.

http://www.kaiserin.de/hypatia-von-alexandria.php

Zitat:

Hypatia von Alexandria - der Film Agora

"Ein Kinofilm, der sich mit Hypatia von Alexandria beschäftigt. Titel des Films ist Agora (deutscher Titel Agora - Die Säulen des Himmels), das Werk kam im Oktober 2009 in Spanien in die Kinos. Agora war im antiken Griechenland ein großer Versammlungsplatz oder Markt im Zentrum der Stadt. Da an der Agora auch häufig Tempelbauten entstanden, war der Platz zugleich auch ein religiöser Mittelpunkt.

Regie bei Agora führte Alejandro Amenábar, gedreht wurde größtenteils auf Malta. Einige der Ortschaften waren schon in Gladiator zu sehen gewesen. Rachel Weisz spielt die Rolle der Hypatia. Agora erhielt auf dem Filmfestival von Cannes gute Kritiken. Außerdem wurde Agora in mehreren Kategorien für den spanischen Filmpreis Goya vorgeschlagen, die Preisträger werden im Februar 2010 bekannt gegeben. Im Film Agora findet Hypatia das bekannte Ende. Bischoff Kyrill verurteilt Hypatia von Alexandria als Hexe, er befehlt ihre Steinigung."

Mein Kommentar

Es gibt unterschiedliche Darstellungen ihres Todes. Die brutalste Version wurde in dem Film wohl nicht gewählt. Er ist ja auch ab 12 freigegeben.  Aber ist  eine Steinigung wirklich weniger brutal? Vielleicht, wenn man sie nicht direkt zeigt.Inzwischen habe ich schon so viel Informationen gesammelt, dass ich mir den Film vielleicht bald einmal anzuschauen getraue. Aber das was ich lese, es bringt mich noch immer zum Weinen.


Informationen über ihren Tod

http://www.kirchenlexikon.de/h/hypatia_v_a.shtml
Nach Angaben des Socrates soll sie auf Betreiben und unter Mitwirkung des Bischofs Cyrillus (s.d.) grausam gefoltert und ermordet worden sein, ihren Leichnam sollen jene anschließend zerstückelt und verbrannt haben.

Wikipedia (Artikel Hypatia, Sept 2010) erwähnt den Kirchenhistoriker Sokrates Scholastikos (380-450) . Wikipedia erwähnt weiter, dass der Bischof Kyrill von Alexandria später heilig gesprochen wurde.

Aus dem Wikipedia Artikel habe ich folgende Textabschnitte übernommen:

[Wiki 1] Der Kirchenhistoriker Sokrates Scholastikos schreibt folgendes

Aber sogar sie fiel dem politischen Neid zum Opfer, der zu jener Zeit herrschte. Denn da sie häufig mit Orestes Gespräche führte, wurde unter der christlichen Bevölkerung verleumderisch verbreitet, dass sie es sei, die Orestes daran hindere, sich wieder mit dem Bischof (d. h. mit Kyrill von Alexandria) zu versöhnen. Daher lauerten ihr einige, die von einem wilden und scheinheiligen Ehrgeiz getrieben wurden, deren Anführer ein Vorleser namens Petros war, auf ihrem Heimweg auf, zogen sie aus ihrer Kutsche, brachten sie in die Kirche namens Kaisarion, wo sie sie nackt auszogen und sie dann mit Ziegelsteinen erschlugen. Nachdem sie ihren Körper in Stücke gerissen hatten, brachten sie ihre verstümmelten Glieder zu einem Ort namens Kinaron und verbrannten sie dort. Diese Sache brachte eine nicht geringe Schmach, nicht nur über Kyrill, sondern über die ganze Alexandrinische Kirche. Und mit Sicherheit kann nichts weiter vom Geiste des Christentums entfernt sein, als derartige Massaker, Gewalttaten und Misshandlungen zuzulassen! Dies geschah im März, während der Fastenzeit, im vierten Jahr von Kyrills Episkopat [das heißt hier: Amtszeit als Patriarch], unter dem zehnten Konsulat des Honorius, und dem sechsten des Theodosius (d. h. 415 n. Chr.).

[Wiki_2] Ihr Ruhm wird von Sokrates Scholastikos folgendermaßen bechrieben

Es gab in Alexandria eine Frau mit Namen Hypatia, Tochter des Philosophen Theon, die in Literatur und Wissenschaft so erfolgreich war, dass sie alle Philosophen ihrer Zeit übertraf. Zugelassen zur Schule Platons und Plotins hielt sie Vorlesungen über die Grundlagen der Philosophie. Viele Hörer kamen von weither, um von ihr unterrichtet zu werden. Dank ihres souveränen Auftretens und ihrer eleganten Erscheinung, die sie sich als Folge ihrer Geisteskultur angeeignet hatte, erschien sie häufig in der Öffentlichkeit in Gegenwart hoher Staatsbeamter. Sie scheute sich auch nicht, in öffentliche Versammlungen von Männern zu gehen. Alle Männer bewunderten sie dafür auf Grund ihrer außerordentlichen Würde und Tugend um so mehr

Diese Texte werden öfter zitiert.

[Wiki_3]

Der koptische Bischof Johannes von Nikiu, ein Autor des 7. Jahrhunderts, beschreibt ihre Ermordung in seiner Weltchronik folgendermaßen:

Und eine Menge Gläubiger erhob sich unter der Führung des Ratsherrn Peter. Dieser Peter war ein vollkommen rechtgläubiger Anhänger Jesu Christi. Und sie zogen los, die Heidin zu suchen, die das Volk und den Präfekten durch ihre Zauberkünste behext hatte. Und als sie erfuhren, wo sie war, drangen sie zu ihr vor und fanden sie in einer Sänfte sitzen; und sie zwangen sie, auszusteigen und schleiften sie mit und brachten sie zur großen Kirche Caesarion. Es war Fastenzeit. Sie rissen ihr die Kleider vom Leib und schleiften sie durch die Straßen, bis sie tot war. Dann brachten sie sie zu einem Ort, der Cinaron hieß, und verbrannten ihren Leichnam mit Feuer. Und alles Volk versammelte sich um den Patriarchen Kyrillos und nannte ihn den neuen Theophilus dafür, dass er die letzten Reste der Götzenverehrung in der Stadt zerstört hatte.

Mehr als 200 Jahre später.



nächste Seite