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Hairflower 13

Hairflower, Enna, Janina und Friedrich diskutieren auf Wolke 7 über die Welt.


Ereignisse auf Wolke 7

Janina: "Hairflower, was hast Du getan?"

Hairflower: "Janina, was möchtest Du genau wissen?"

Janina: "Die Hippies ... haben sie ihre langen Haare noch und dürfen sie weiterhin zusammen bleiben, dort auf dem Hof, und die Kinder, sind sie noch bei ihnen?"

Hairflower: "Schau doch einfach mal nach unten."

Wolke 7 erlaubte einen schönen Ausblick. Und viel mehr als das, was Janina scharf sehen wollte, sie konnte es scharf sehen. Bis auf die sub-atomaren Bestandteile der Materie hinunter.

Aber dann sieht man doch die Umgebung gar nicht mehr!

Jeder Beobachter kann selbst bestimmen, was er sehen möchte. Das Sehen aus Wolke 7 erweitert die Möglichkeiten der Wahrnehmung. Es können viele Dinge unter unterschiedlichen Blickwinkeln simultan gesehen werden.

Das kann ein einzelnes Gehirn doch gar nicht alles verarbeiten.

Wolke 7 hilft dabei.

Janina: "Es hat sich nichts verändert. Doch, etwas, die Angereisten sind wieder abgereist."

Hairflower: "Nach dem sie ihr ursprüngliches Vorhaben aufgegeben haben."

Janina: "Das heißt ... Du hast sie manipuliert?"

Hairflower: "Sie denken jetzt, alles ist in Ordnung und es gibt keinen Grund, dort einzugreifen."

Janina: "Aber ... die Krankenversicherung? Die Schulden? Die Schulaufsichtsbehörde?"

Hairflower: "Es gab Wichtigeres zu diskutieren. Nun haben die ursprünglichen Probleme eine derart niedrige Prioriätsstufe erreicht, dass sie gar nicht mehr bearbeitet werden müssen.

So wurden die Dinge zur Zufriedenheit aller Beteiligten gelöst."
...

Hairflower: "Es gibt viele Möglichkeiten, etwas zu verändern. Ich kann mich offenbaren, ganz direkt, meine Macht demonstrieren und sie lernen dann, sich unterzuordnen. Es ist nur so, ich  möchte keine Sklaven, die mir bedingungslos ergeben sind. Und das werden sie tun, wenn ich so agiere.

Ich habe eine andere Möglichkeit gewählt. Der Horizont der Menschen erweiterte sich. Sie erkannten die Dinge in einem größeren Zusammenhang. Die angestrengten Aktionen wurden als so  unwichtig betrachtet, dass sie gar nicht mehr stattfinden müssen. Eine konservative Lösung.

Sie erhält den Hippies ihre Haare und ihre Heimat. Für sie ist es sehr wichtig und die Welt drumherum, sie strebt nach anderen Zielen. Die angereisten Bürokraten haben vielleicht zum ersten mal in ihrem Leben den ihnen zugewiesenen Horizont überschritten."

Janina: "Aber ..."

Hairflower: "Es funktioniert. Die ursprünglichen Weisungen vorgesetzter Dienststellen können nicht mehr durchgeführt werden, da sich die untergeordneten Stellen weigern es zu tun. Wenn sie sich daran erinnern. Wer sich nicht mehr erinnert, wird ohnehin nichts tun. Die vorgesetzten Dienststellen, sie haben das Gefühl, etwas ist ihnen entgangen, aber sie wissen nicht was es ist."

Janina: "Das ist dann doch Manipulation."

Hairflower: "Ja, natürlich. Wir haben die Einschätzung unserer eigenen subjektiven Wichtigkeit über das der anderen gestellt und unsere Möglichkeiten benutzt, uns durchzusetzen. Und wir haben den kleinen Angestellten eine eigene Entscheidungskompetenz ermöglicht, die ihnen das hierarchische System unter allen Umständen verweigern würde."

Janina: "Mmmmhh. Ja, aber nur, wenn sie sich so entscheiden, wie wir es wollen. Den Horizont erweitern, was bedeutet das denn? Kann das nur mit Worten geschehen?"

Hairflower: "Nein, ich habe etwas in ihren Gehirnen verändert. Ich musste es tun, damit sie sich in die Gefühle der Hippies einfühlen konnten und sich selbst aus dem Gefängnis ihrer Rollen befreiten. Ein Evolutionsschub um ein paar Millionen Jahre. Das ist die Erweiterung des Horizontes. Einige haben es akzeptiert, für sie war es so etwas wie eine Begegnung der dritten Art. Oder eine Berührung mit dem Doktor, ihr kennt doch die Geschichten der Tardis?

Die anderen vergaßen, warum sie hier gewesen sind. Sie betrachten es nun als einen Planungsirrtum."

Janina: "Der auch von niemandem mehr korrigiert werden wird?"

Friedrich: "Warum so viele Jahre? Und was bedeutet das, ein paar Millionen Jahre Evolutionsschub?"

Hairflower: "Es dauert manchmal etwas länger, als die Erwartungswerte der Schulwissenschaften es vermuten lassen. Und nicht alles in der Evolution ist nur vom Zufall gesteuert. Was genau geschah, als eine Affenspezies plötzlich mehr Intelligenz entwickelte als die anderen, wer weiß das schon so genau. Wir könnten nach gucken, aber das könnte unter Umständen euer Weltbild drastisch verändern."

Enna: "Ja, das würde es. Manche von diesen religiösen Gruppierungen ahnen mehr von der Wahrheit hinter den Dingen, als die Schulwissenschaft erlauben möchte."

Hairflower: "Du warst bereits einmal dort, in Deinen Träumen. Dir muss ich also nichts erklären."

Enna: "Ja, was diese Welt betrifft. Die parallelen Welten habe ich nur gestreift. Dort kann alles ein wenig anders sein."

Friedrich: "Welche Bedeutung haben Ereignisse überhaupt noch, wenn jede Alternative ohnehin irgendwo stattfindet?"

Hairflower: "Denke Dir ein Universum als ein Individuum, so wie Enna und Janina. Dann verstehst Du vielleicht, was diese Parallelität bedeutet."

Friedrich: "Jedes Universum ist ein eigenes Individuum? Es hat ein Bewusstsein und es lebt?"

Hairflower. "Alles was in seinem Inneren ist, hat dort einen Zusammenhang. Die Komplexität ist so groß, dass es ein eigenes Bewusstsein entwickeln kann."

Friedrich: "Oh Mann. Kann ich mit einem Universum kommunizieren?"

Hairflower: "Das kannst Du mit mir doch auch. Wenn Dein Universum mit Dir kommunizieren will, dann geschieht es. Es kann etwas anders aussehen, als Du es Dir vorstellst, z.B. über  Ereignisse in Deinem Leben, oder durch Deine Gedanken über das Sein. Vielleicht verstehst Du es nur nicht in diesem Zusammenhang."

Friedrich: "Mmmmh."

Janina: "Dieser Evolutionsschub, sind die Betroffenen dann nicht sehr einsame Exoten geworden? Und die Umgebung, akzeptiert sie das?"

Hairflower: "Die Betroffenen sind intelligenter als ihre Umgebung. Und es ist einfacher für Intelligenz, sich zu verbergen, als für die weniger Intelligenten, sie zu finden. Sie sind Meilensteine, für den Fortschritt der Intelligenz in der Evolution. Ihre Handlungen verändern die Welt.

Nimm es doch einfach hin, so wie ich es geregelt habe. Es schadet ja niemandem. Oder willst Du eine Art Gericht darüber entscheiden lassen? Dann müssen erst einmal die Maßstäbe definiert werden, an denen sich alle zu orientieren haben. Und die sollen dann absolut sein?

Nein, es muss immer in jedem Fall einzeln entschieden werden. Wir haben uns entschieden und das ist nun das Ergebnis. Es hat die Welt ein kleines bisschen verändert."

Enna: "Ein Gericht? Warum nicht? Ich stelle mir das so vor. Die Menschen dort unten sehen Dich wie einen Zeus auf der Wolke sitzen und erzählen von ihren Problemen."

Hairflower: "Vielleicht mache ich das eines Tages, aber es ist noch zu früh dazu. Lasst uns doch erst einmal die Welt verstehen lernen, warum sie so ist, wie sie ist. Dann sehen wir weiter."
...

Janina: "Die Ziele der Welt. Ist es das, was die meisten Menschen anstreben? Oder nur das, was ihnen einige vorgemacht haben?"

Friedrich: "Der Mensch neigt zur Nachahmung. Und manche sind aktiver als andere, sie riskieren mehr und wollen mehr."

Janina: "Mehr als der Durchschnitt. Das führt dann zu den höheren Gehältern?"

Friedrich: "Die Startbedingungen sind unterschiedlich. Alleine das mehr wollen reicht manchmal nicht aus. Es kann dann auch zur Frustration führen, oder zur Aggressivität gegen die Umwelt.

Wenn sie die eigenen Möglichkeiten scheinbar unterdrückt.

Scheinbar oder auch nicht. Hass und Wut sind manchmal die alleinige Ursache für Handlungen."

Janina: "Und was können wir dagegen tun? Allen eine bessere Schulbildung verschaffen?"

Friedrich: "Manchmal wäre es bereits hilfreich, wenn die Politik intelligenter agieren würde."

Janina: "Das tut sie nicht?"

Friedrich: "Nein. Wer die Macht über die Medien hat, gebraucht sie um seine Standpunkte darzustellen. Immer und immer Wieder. Wie bei einer Gebetsmühle. Fragwürdige Entscheidungen werden mitunter nicht diskutiert und wenn die Opposition intelligente Fragen stellt, die die Etablierten nicht beantworten können, wird sie manchmal ins Abseits geschoben. Verbal radikalisiert, dann braucht man sich mit ihr nicht auseinanderzusetzen. Und die Medienvertreter, manchmal schwimmen sie mit dem Strom und sehen ihre Aufgabe darin, diesen Punkt der Radikalisierung zu verdeutlichen, anstatt sich mit einer möglichen Kritik an der Tagespolitik zu befassen. Jede noch so unvorsichtig dahin geworfene Bemerkung kann dafür herhalten. So werden die eigenen Fehler der Etablierten nicht sichtbar und alles läuft seinen gewohnten Gang."

All dies geschieht in stetiger Wiederholung, weil die Politik sich wichtige Fragen mit der Opposition nicht auseinandersetzt.

Und warum werden diese Fragen nicht diskutiert? 

Es könnten dabei ja auch die Positionen der Etablierten in Frage gestellt werden. Und die ihrer Finanziers. Manche davon leben von den Reichtümern ihrer Vorfahren, ohne selbst jemals etwas dazu beigetragen zu haben. Dann gibt es noch die Raffgierigen, die die Größe ihres Ichs nicht über ihr Sein sondern ausschließlich über ihr Haben definieren. Als wenn sie etwas davon mit ins Grab nehmen könnten. Sie machen ihre Geschäfte, denen sich das Leben in der Gesellschaft unterzuordnen hat. Das wird von der Allgemeinheit offenbar akzeptiert. Dagegen können notwendige Veränderungen Angst auslösen, die Angst der Kleinen vor dem Unbekannten, dass ihnen das Wenige, was sie haben, auch noch weggenommen werden könnte."

Janina: "Das ist eine Sicht auf die Dinge. Es gibt eine Alternative hierzu. Dem Land geht es doch so gut, woher kommt nur diese Unzufriedenheit? Sie kann doch nur durch Angst und Neid getrieben sein. Wir müssen unsere Werte verteidigen, gegen die Feinde der Freiheit, die uns alles wegnehmen wollen um ihre Ideen durchzusetzen. Dabei gibt keine Alternative zu unserer Politik, sie versucht das Machbare zu erreichen und den Wohlstand für alle zu mehren."

Hairflower: "Also, ihr Lieben, was wollen wir nun tun?"
...

Janina: "Gründen wir unsere eigene Partei?"

Friedrich: "Die dann genau so funktioniert, wie die anderen? Und womit sollen wir uns profilieren? Politik greift an den Wünschen, Vorstellungen und Ängsten der Bevölkerung an und  sie beeinflusst sie in ihrem Interesse. Sie verspricht Heilung und bessere Lebensbedingungen.

Wollen wir das gleiche tun?

Hairflower: "Die Partei des Lichts? Um unsere Glaubwürdigkeit zu untermauern, müssten wir uns offenbaren. Aber dann sind wir die Götter der Welt, um die sich alles dreht. Ich denke es ist besser, an den kleinen Dingen anzugreifen. Ein Evolutionsschub für wenige, oder besondere Fähigkeiten für Einzelne, die das Diabolische im Menschen in die Schranken verweisen können."
...


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