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Hairflower 15

Silka und ihre Frauen bekommen Hilfe in einer Höllenwelt.


Silka

Silka im Tempel der obersten Allheiligkeit. Sie hatte sich dort eingefunden mit 12 ihrer Jüngerinnen, zum Gebet. Morgens um 1/2 4, sie wollten dort allein sein. Zu dieser Zeit schliefen die Männer, meistens.

Gebetsstunden waren um 22:00, 0:00 und 2:00. Und dann wieder um 06:00. 08:00, 10:00.

Ja, sie alle glaubten an den großen Gott. Aber Silka und ihre Mädchen nicht an die Interpretationen der Prediger. Das Problem dabei war, in dieser Welt hatte die Oberheiligen das Sagen, oder die Scheinheiligen, das wusste man manchmal nicht so genau.

Alle waren nackt. Das war ihre Art zu leben. Die Nacktheit bedeckt von super langen Haaren, in die sie sich eingewickelt hatten.

Lange, wunderschöne Haare. Sie liebten diese Haare und sie wurden von ihnen geliebt.

Zumindest sah es so aus, so schön waren sie.

Und dann gab es noch solche mit kürzeren Haaren und solche völlig ohne Haare, vollkommen nackt. Durch nichts bedeckt!

Dieser Lebensstil war in den Augen vieler eine Blasphemie gegen die Gebote der Moral.
Frauen hatten ihre Haare zu bedecken, mit Schleiern und Tüchern, damit kein Mann sie erblicken konnte. Und dann diese Nacktheit darunter!

Und die ohne Haare?

Sie hatten sich ein zu wickeln in Gewänder, die nichts als die Augen offen ließen! Was für ein Vergehen, einem Mann ein barhäuptiges Haupt dar zu bieten!

Und dann die mit den kurzen, langen und super langen Haaren! Haut und Haare verschmolzen in den Augen der Betrachter zu einer Einheit. Ein einziger Sündenpool bot sich ihren entsetzten Augen dar. Etwas Schlimmeres als diese Sekte konnte man sich  kaum vorstellen. Selbst Räuber und Mörder wurden besser behandelt als die Nackten in ihren Gärten.

Wenn man ihrer habhaft werden konnte.

Das aber war schwierig. Irgendwie schafften sie es meistens, sich der Moralpolizei zu entziehen. Als wäre da eine höhere Macht im Spiel ...

Mmmh. Vielleicht Hexen? Das multiplizierte deren Vergehen ja ins Uferlose!

Nein, es war an der Zeit ...

Wofür?

Das weißt Du schon.
...


Drei von ihnen hatte man bereits gefangen. Sie wurden in Affenkäfigen gehalten, bewacht von den Andersartigen. Man würde sie kreuzigen, ihnen die Haut von den Knochen reißen und sie verbrennen ...

Nacheinander? Oder alles gleichzeitig?

Der Wille der Götter wird es entscheiden.

Das war dann eines dieser Rituale, in denen den Opfern nur die Wahl zwischen Tod und Tod blieb. Eine Wahl, wie die Frage, ob man ihnen zuerst die Finger oder erst die Zehen abhacken sollte ...

Und nun dieser Hinweis, im Tempel heute Nacht ...
...


Hairflower: "Ihr Lieben, ich werden eine Reise unternehmen, in eine Höllenwelt, auf Wolke 7."

Janina: "Ist Wolke 7 denn ein Raumschiff?"

Hairflower: "Viel mehr als das. Wollt ihr mitkommen?"

Freidrich: "In eine Höllenwelt? Aber ... wenn Du dabei bist. Ja."

Enna: "Eine Göttin in der Hölle? Ja, ich möchte dabei sein. Endlich einmal jemand, der dem Teufel in den Arsch treten kann ... "

Janina: "Enna!"

Janina: "Das hat Hairflower bereits mit dem Tod getan. Nach ihren eigenen Erzählungen ..."

Friedrich: "Ich bitte um eine etwas gepflegtere Konversation."

Enna: "Fucking the devil! Oder ... etwas gepflegter, dem Teufel einen Tritt in den Hintern."

Janina: "Es muss ja nicht der Teufel sein, oder einer seiner Unterteufel, Dämonen, Hexen. Es können ja auch diejenigen sein, die diabolisch gehandelt haben. Gefallene Seelen zum Beispiel."

Hairflower: "Wir fliegen in eine Höllenwelt. Dort gibt es Teufel, Dämonen und Hexen."

Janina: "Warum fliegen wir dort hin?"

Hairflower: "Jemand bedarf unserer Hilfe."

Janina: "In der Hölle?"

Hairflower: "Die Hölle ist eine Domain geboren aus der Fantasie der Lebenden. Ihr müsst wissen, es gibt Strukturen, die lesen Fantasien wie Bücher, oder sie betrachten sie wie DVDs, Filme. Diese Strukturen haben etwas in sich, das ihr als Bewusstsein interpretieren würdet. Es ist aber etwas viel größeres, allgemeineres. Dieses Etwas realisiert Fantasien in einer Welt, in der paranormale Aktivitäten zur Normalität gehören. Es ist ähnlich wie die Lebendigkeit, die z.B. den Inhalt eines Buches in eurem Bewusstsein erblühen lässt.
Nur, dieses verallgemeinerte Bewusstsein schafft Welten. Und eine davon ist diese Höllenwelt, in die wir ein fliegen wollen."

Janina: "Das klingt, als wäre dieses Etwas ein Wesen, ein Gott."

Hairflower: "Ihr könnt es so sehen. Es kommuniziert aber nicht elementar mit den Figuren in seiner Existenz. Es ist ähnlich wie die Kommunikation mit den Naturgesetzen in eurer Welt. Nur etwas mehr paranormal und damit auch weniger strukturiert. Es wirkt manchmal wie ein Gott des Chaos oder wie ein Teufel, je nach der Sichtweise."

Janina: "Dann sind die Naturgesetze in unserer Welt das Wirken eines Gottes?"

Hairflower: "So etwas ähnliches. Der Begriff Gott ist allgemeiner als die Vorstellung eines lebenden Wesens, so wie ihr sie kennt. Es scheint so, als wechselwirkt hier ein Gott nicht unmittelbar mit euren Bewusstseinen. Es ist aber eher so, dass ihr ihn oder sie nicht erkennen könnt."

Janina. "Und Du, Hairflower? Bist Du keine Göttin?"

Hairflower: "Ich bin. Nimm es doch bitte einfach so hin. Jeder Gott und jede Göttin könnte sich euch ebenso offenbaren. Nur, sie tun es nicht. Dafür gibt es viele Gründe."

Friedrich: "Okay, aber warum willst Du helfen, in einer Höllenwelt? Gibt es dort nicht nur das Böse?"

Hairflwoer: "Seht, in den realen Welten gibt es Dinge, die ihr als gut oder böse interpretieren könnt. Auch in einer Höllenwelt gibt es Dinge, die ihr als gut und erhaltenswert interpretieren würdet. Es gibt dort auch das Schöne, das Gute. Dort fliegen wir hin."
...

Das Tor zur Hölle. Ein Felsen mit kreisrunden Loch. Mit einem Durchmesser von 2 Metern. Das konnte auch eine Höhle sein, nur, diese kreisrunde Loch? Es sah aus wie dort hinein gestanzt. Irgendwie waren Janina, Friedrich und Enna sich sicher, dass es perfekt kreisrund war. Bis auf die Planck-Länge hinunter.

Warum nur bis zur Planck-Länge?

?

Dort sollten sie hindurch, mit Wolke 7?

Hairflower: "Größe ist relativ. Wenn wir uns dem Loch nähern, wird es wachsen. Für uns, hier auf Wolke 7."

Eine weiße Wolke auf die Reise in eine schwarze Welt. Wenn es wenigsten schneien würde...

Vor dem Loch schien alles tot zu sein. Im Umkreis von 50 Metern gab es keine Pflanzen, nur Sand und Gestein. Dabei befand man sich hier mitten in einem blühenden Urwald.

Dort war eine Bewegung direkt vor dem Loch, oder auch in dem Loch.

Hairflower. "Ein Höllenhund. Es muss ja alles seine Richtigkeit haben. Vor allem in Welten, die durch Fantasie geprägt sind."

Nun befanden sie sich direkt vor dem Loch und wirklich, es hatte jetzt einen Durchmesser von 4 Metern.

Hairflower: "Kusch!"

Und weg war er, der Höllenhund. Nicht einmal zu bellen hatte er gewagt. Man sah nur noch einen roten Feuerschein, der immer schwächer wurde. Offenbar war er so schnell davon gerannt, dass er Feuer gefangen hatte.

Janina: "Hairflower!!! Wer bist Du?"

Hairflower: "Hairflower".

Damit war nun alles gesagt.

Sie bewegten sich durch das Loch und befanden sich nun im Innern der Höhle.

Wie war das möglich? Eine Wolke mit einer Höhe von mehr als 200 Metern und einer Breite von mehr als 400 Metern bewegte sich durch ein Loch mit einem Durchmesser von 4 Metern ?

Hairflower: "Wolke 7 ist immer gerade so groß, wie es passt. Für das Loch gerade mal 3,72 Meter hoch und 3,98 Meter breit. Für Euch ist sie groß genug, damit ihr bequem darin Platz nehmen könnt."

Und die wirkliche Größe?

Wirklichkeit, woran wollt ihr das messen? Die Wolke ist jetzt gerade so groß, dass sie die Bevölkerung eines Planeten bequem in sich aufnehmen kann.

Aha.

Ja, es kann ja sein, dass wir später einmal evakuieren müssen.

...

Licht flammte auf in den heiligen Hallen. Vorne, direkt vor dem Altar, standen die 13 Frauen. Mehr als 30 schwer Bewaffnete hatte die Halle betreten. Dann waren da noch die 50 Bediensteten. In ihren Händen hielten sie Steine und ihre Taschen waren gefüllt damit.

Wenn ihr die Frauen steinigt, wie wollt ihr sie dann noch kreuzigen und verbrennen?

Ein Gedanke. Jeder verstand ihn. Ja, das ging so nicht.

Wir reißen ihnen die Haut von den Knochen und füllen die heiligen Kelche mit ihrem Blut.

Ein Gedanke des Einverständnisses.

Warum redet hier eigentlich niemand? Geschieht hier Kommunikation über Telepathie?

Silka: "Wir verstehen eure Gedanken und wir bitten Euch um unser Leben."

Eine Welle der Mordlust schlug ihnen entgegen. Die Gier nach Blut.

Silka: "Dies ist ein heiliger Ort. Wir sind hier um zu dem Allmächtigen Gott zu beten. Allmächtiger Gott, bitte beschütze uns. Wir lieben unser Leben so sehr, wir möchte es so gerne behalten."

Euer Hiersein ist ein Frevel, der mit dem Tode bestraft werden muss. Ich kann Euch nicht helfen. Die Gefolgsamen mögen ihr Werk beginnen.

Die schwer Bewaffneten zogen ihre scharfkantigen Messer. Sie bewegten sich auf die Frauen zu ... aber ... das konnte doch nicht mit rechten Dingen zugehen.

Als wenn hier jemals etwas mit rechten Dingen zugeht.

Die Welt schien einzufrieren. Es wurde dunkel, nur die 13 Frauen standen im Licht. Dann ertönte eine Stimme.

<< Ihr, die ihr morden wollt, im Nahmen eures Gottes. Seht, was andere vor Euch getan haben und spürt den Schmerz. >>

Die Umgebung veränderte sich. Eine etwas anders aufgebaute heilige Halle, eine nackte Frau mit super langen roten Haaren vor einem Altar, gepackt von einigen Männern. Mit scharfkantigen Gegenständen rissen sie ihr die Haut von den Knochen.

Das Leiden der Hypatia.

Eine Schmerzwelle flutete dort den Raum und sie traf alle der anwesenden Männer.

Auaaaaaaa. Sie spürten den Schmerz der Hypatia, er zwang sie in die Knie. Gepeinigt krochen sie über den Hallenbogen. Jede Zelle ihrer Körper drohte zu zerspringen.

<< Wenn ich Euch ihren Todesschmerz zeige, dann ist auch Euer Leben beendet. Aber hier in einer Höllenwelt, nicht einmal der Tod lässt Euch dieser Qual entkommen. Ihr könntet wieder gebohren werden und wieder sterben, in unendlicher Folge. Ist es das, was ihr wollt? >>

Wir .. wir sind doch nicht schuldig ... am Schicksal dieser einen Frau.

<< Nein, es ist ein Bild, verknüpft mit dem, was ihr tun wollt. Verbunden in einem diabolischen Netzwerk. Nun zeige ich Euch die Zeitlinie, die ihr realisieren wolltet. >>

Es kostete ihnen das Bewusstsein und es brachte sie doch wieder zurück. Es drohte der Wahnsinn, aber nicht einmal dadurch hätten sie ihren Schicksal entfliehen können ...

Es wurde wieder hell in der Halle.

Vor den Frauen stand nun ein anderes Wesen mit lauter Haaren um sich herum.

Warum diese vielen Haare? Sie schienen ein geheimnisvolles Leben in sich zu tragen und irgendwie mit den Haaren der Frauen zu kommunizieren.

Als wenn sie sich mit den Haaren gegenseitig umarmen würden.

Es war ein Bild voller Zärtlichkeit und Sensibilität. Einen größeren Kontrast gegen die vorher gezeigten Bilder konnte es gar nicht geben.

Der Himmel im Vergleich zur Hölle. Und die Wellen des Glücks durchfluteten den Raum.

Erst der Schmerz, und nun das Glück. Ja, diese Reihenfolge, sie war wunderschön.

Hassera der Henkersknecht, er fiel auf die Knie und weinte hemmungslos. Vor Glück.

Er war nicht der Einzige in der Halle, den es so berührte.

<< Dies war eine Lektion. Den einen oder anderen von Euch wird es zum Nachdenken anregen. Diese Frauen hier, ich werde sie mit mir nehmen und all die anderen aus den verborgenen Gärten der körperlichen Freude. Zusammen mit ihren Lebensräumen der verborgenen Dimensionen. >>

Die Erscheinung verblasste und mit ihr verschwanden die 13 Frauen.
...


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