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Hairflower 17

Venus auf Wolke 7, im Dialog mit Hairflower und Silka.
Die Wolke meldet sich.


Venus

Silka, Rose, Venus und Friedrich gemeinsam auf Wolke 7. In einem Bett aus Haaren, eingebettet in die flaumige weiße Pracht der Wolke.

Venus?

Friedrich: "Venus ... Du bist wunderschön in Deiner Haarpracht. Dein Name erinnert mich an ... an eine Göttin, eine Legende aus archaischen Zeiten."

Venus: "Die Erinnerung ist richtig."

Friedrich: "Dann, bist Du ... die ... oder ..."

Venus: "Ich hatte noch andere Namen. Venus und Aphrodite sind nur zwei davon."

Rose: "Die Göttin der Schönheit. Bekannt bei den alten Griechen und den Römern."

Venus: "Silka kenne ich schon, ich lebte einige tausend Jahre in ihrer Welt.
Rose gehört zu Silka. Nur Dich, Friedrich, kenne ich noch nicht."

Friedrich: "Einige tausend Jahre? Lebt Silka auch schon so lange? Ich gehöre zu der Welt, die ihr dort unten sehen könnt. Hairflower hat mich und Janina auf einer Wiese gefunden und mitgenommen."

Venus: "Silka lebt in den verborgenen Dimensionen und hat so Zugang zu verschiedenen Welten. Der Zeitablauf kann dort unterschiedlich sein und die inneren Dimensionen können größer sein, als das Äußere vermuten lässt. Hairflower kenne ich nur aus Silkas's Erzählungen. Ich möchte Sie gerne kennen lernen. "

Friedrich: "Du bist es wirklich ... ja, das muss einfach so sein. So schön wie Du bist. Nur meine ..."

Venus: "Sprich bitte nicht weiter. Janina ist genau so schön wie ich. Wir wollen doch keinen Wettbewerb daraus machen. Im Sinne von, wer ist die Schönste im Wolkenland. So wie bei Schneewittchen."

Friedrich: "Schneewittchen, ist sie auch irgendwo in Deiner Tribe, Silka?"

Silka: "Schneewittchen, ja, ich kenne sie. Sie hält sich momentan in den verborgenen Dimensionen auf, in einer Märchenwelt. Ihr wisst schon."

Venus: "Die verborgenen Dimensionen sind ein Märchenschloss. Alles was ist, einmal war, ob nun Legende oder nicht, alles kann dort verborgen sein. Und da Hairflower alles mitgenommen hat, ist es nun auch hier."
...

Ploppp. Mit einem mal war sie da.

Hairflower: "Ich begrüße Euch. Silka, ich sehe, Du hast eine Göttin unter Deinen Freundinnen. Ich grüße Dich, meine liebe Venus."

Venus: "Ich grüße Dich, meine liebe Hairflower. Du bist wunderschön und diese ganze Haarpracht um Dich herum. Das Bild, das Du mir gibst, es macht mich glücklich."

Hairflower: "Deine Haare sind auch sehr schön, liebe Venus. Wir sind hier alle in lange Haare verliebt. Wir müssen nur aufpassen, dass sie nicht aus der Wolke fallen."
...

Liebe für lange Haare. Das klingt aber sehr nach Haarefetischismus.

Das mag sein. Aber was wird mit diesem Begriff verbunden? Lange Haare sind sehr schön, wenn der Betrachter dafür eine Empfindung hat. Sie können auch bedeutungslos sein, für andere. Manche hassen sie auch. Besonders dann, wenn sie gezwungen sind, lange Haare zu tragen und es nicht wollen.

Aus dem Zwang gesellschaftlicher Konventionen heraus?

Ja, z.B. aus religiösen Gründen.

Religiosität kann sich auch in kahlgescherten Köpfen ausdrücken.

Das andere Extrem.

Wenn nun beides zusammenkommt?

Viele mögen es, lange Haare fallen zu sehen. Darunter sind oft solche, die sich als Haarefetischisten bezeichnen.

Lange Haare werden oft abgelehnt, von den Menschen. Das hat verschiedene Gründe. Es passiert aber auch oft, dass die Liebe zu langen Haaren mit Gewalt beschnitten wird. Ohne dass die Betroffenen um ihre Meinung gefragt werden. 

Oder sie werden gespendet, da es auch Menschen gibt, die keine eigenen Haare bekommen können.

Das kann auch zwanghaft werden. Schöne lange Haare werden in manchen Kulturen gar nicht mehr akzeptiert, weil sie doch gespendet werden können an solche, die keine Haare haben.

Dann gibt es noch die Möglichkeit, sie zu verkaufen. Wer arm ist, kann sich eine solche Pracht dann auch nicht mehr leisten. Und die Medienköniginnen, sie wollen jede Woche anders aussehen. Das geht mit den eigenen natürlichen Haaren nicht ...
...

Venus: "Wer diskutiert hier eigentlich?"

Hairflower: "Die Wolke mit sich selbst. Sie hilft mir ein wenig, meine eigenen Gedanken zu entlasten. Die Ergebnisse der Diskussion sind für mich oft hilfreich. Die Wolke hat ihre eigene Intelligenz und ihr eigenes Bewusstsein."

Venus: "Eine künstliche Intelligenz?"

Hairflower: "Wenn Du es so sehen willst ... Es gibt allerdings kein Metallgehäuse und Drähte, Prozessoren, Speicher. Die Wolke ist ein fließender Stück lebender Materie, das zu sich selbst gefunden hat."

Venus: "So ganz ohne Deine Hilfe?"

Hairflower: "Nein. Sie ist aber eigenständig und kann auch ohne mich existieren."

Venus: "Mit den gleichen Moralvorstellungen?"

Hairflower: "Sie lebt und sie will das Leben erhalten. Welchen Weg sie dabei bestreitet ... es ist ihre Entscheidung."

Venus: "Und wenn sie uns hier nicht mehr haben will?"

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