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Hairflower 19

Zu Besuch bei Hairflower auf Wolke 7 - Teil 1.

Ein Flugzeug auf Wolke 7 - Teil 1

Pfarrer Unheilig zurück auf der Erde.

Was für ein Name, Unheilig. Als wenn er  ... Nein, niemals.

War er denn ein Heiliger?

Ein Heiliger? Nein das war er nicht. Ein Mensch mit Fehlern und Schwächen, aber mit einem starken Glauben.

Der Berge versetzen konnte?

Welche Berge? Das hier ist alles nur Flachland. Als wenn es hier Berge geben würde.

Und das Lied?

Was für ein Lied?

The mountains of ...

Fantasie, reine Fantasie.

...

So gestaltete sich die Gedankenwelt des Pfarrers. Fragen tauchten auf und Antworten. Niemand griff dort ein, es waren seine eigenen Überlegungen, Kommunikation mit seinem eigenen Selbst.

Er dachte nach. Dort oben, auf der Wolke. War das wirklich Realität gewesen, oder doch eher ein Traum? Manchmal waren die Unterschiede nicht so klar zu sehen.

Wann hatte er denn das letzte mal geschlafen?

Er befragte seine Haushälterin.

Vor mehr als 24 Stunden. Und dazwischen?

Fort war er gewesen, einfach fort. Als wenn er in den Himmel gefahren wäre ...

Ja,ja,ja. Nun bin ich ja wieder da und ... mhhh. Ich muss mit dem Universitätsprofessor reden, der sich ab und zu in meine Kirche verirrt hat. Und mit dem Bürgermeister, mit den Predigern der anderen Religion. Die Dinge sind doch etwas weitreichender, als dass ein Einzelner dies alles nur für sich behalten sollte.

...

"... und sie sind sicher, dass sie nicht geschlafen haben?"

"Ganz sicher. Zu Hause war ich nicht und wo sollte ich sonst gewesen sein?"

"Da gibt es viele Möglichkeiten. Vielleicht zu Besuch bei einer armen verlorenen Seele?"

"Sie können alle Seelen des Ortes befragen. Ich wurde nirgendwo gesehen."

"Dann sollten wir Nachforschungen anstellen. Auf Wolke 7 waren sie? In 3000 Meter Höhe? Woher wissen sie die genaue Höhe?"

"Beobachtung der relativen Größe. Die Berechnung der daraus resultierende Entfernung habe ich meinen Schülern erst letzte Woche beigebracht."

...

"Mmmh. In letzter Zeit gab es einige Merkwürdigkeiten hier. Diese Hippie-Kommune, sie zahlen keine Krankenversicherungsbeiträge aber eine Nachfrage ergab, es sei alles in Ordnung."

"Es gibt doch einen kleinen Flughafen hier, für Sportflieger. Und in eine Höhe von 3000 Metern sollten wir mit einem Sportflugzeug gelangen können."

"Ein Flugzeug, ja mit einem Flugzeug könnte wir dort oben nachgucken ..."

"Oder sollten wir zuerst einen Ballon nach oben schicken?"

"Oder eine Sonde. Er gibt ja jetzt überall diese fliegenden Dinger."

"Und was sagt der Feldstecher?"

"Nichts, nur eine Wolke .... oh, da sind Haare aus der Wolke gefallen."

"Haare, aus einer Wolke? Lassen Sie mich mal sehen."

"Mmmh. Das kann doch nur ein Wetterphänomen sein. Und ... nun ist es wieder verschwunden."

"Ich bin von solchen Haaren begraben worden und damit nach oben gelangt."

"Das klingt doch ein wenig irrsinnig. Aber bisher hatte wir nie einen Grund, an ihrer Glaubwürdigkeit zu zweifeln. Den Nebel der Wolke können wir mit dem Feldstecher nicht durchdringen."

"Fragen wir doch einmal am Flughafen nach. Das ist einfacher als einen passenden Ballon zu finden oder eine Sonde, die 3000 Meter hoch fliegt."

"Wir sollten die langhaarige Annabare mitnehmen."

"Die mit den dreifach körperlangen Haaren? Das Jobcenter hat sie bereits dreiunddreißigmal vergeblich zum Frisör geschickt. Wegen der Anpassung an die Anforderungen der Arbeitgeber. So kann man doch keine Kunden betreuen ... oder Toiletten reinigen .... Offenbar kommt sie mit sehr wenig Geld aus."

"Oder arbeitet sie schwarz? Das wäre ein Fall für die Justiz. Der Gefängnisordnung kann sie sich nicht widersetzen."

"Bisher konnte man ihr nichts nachweisen."

"Warum gerade sie? Mit Kleidung hat sie es wohl auch nicht so. Wenn sie in ihre Haare eingewickelt ist, sieht man nichts davon. Ob sie darunter völlig nackt ist? Soll sie dafür jetzt in den Himmel fliegen?"

"Ich denke, sie passt ganz gut zu dem, was wir dort oben sehen werden."

"Außerdem hat sie immer ein paar Sandalen an, wenn sie spazieren geht. Also wöllig nackt ist sie nicht."

...

Friedrich: "Silka, dort kreist ein Propellerflugzeug um uns herum."

Silka: "Sehen können sie uns nicht. Als wenn man Avalon mit einem Boot finden wollte ..."

Allalah: "Oder die Himmel des Olymp mit einem Propellerflugzeug."

Venus: "Es gibt eine rückwärtige Zeitlinie in mir, die geradewegs dort hinein führt."

Silka: "Die Nebel von Avalon ... aber Avalon wurde nie gefunden."

Allalah: "Der Legende nach ... aber im hier und jetzt, wollen wir sie uns finden lassen?"
...

Hairflower: "Ich werde mich ihnen offenbahren."

Die Umgebung veränderte sich. Eine glattes großes Feld entstand scheinbar aus dem Nichts, und es wurde gesehen.
...

Pfarrer Unheilig: "Dort, diese glatte Ebene. Sie war vor einer Minute noch nicht da. Lasst uns dort landen."

Pilot: "Landen auf einer Wolke? Wie soll das denn gehen?"

Pfarrer Unheilig. "Glauben Sie mir, sie können dort landen."

Pilot: "Der Glaube an Gott ist ja ihre Sache, aber dies hier ist eine physikalische Unmöglichkeit."

Bürgermeister: "Versuchen sie es einfach. Als wenn dort ein stabiles Landefeld wäre. Wenn nicht, werden wir einfach hindurchfliegen."

...

Und es geschah. Nun stand das kleine Flugzeug auf einer Ebene mitten in einer Wolke.

Mehr als das, Menschen bewegten sich außerhalb des Flugzeuges und sie fielen nicht einfach hindurch, durch die Wolke. Also so was ...

Pfarrer Unheilig kannte das ja schon und so verlies er das Flugzeug als erster.

...

Dann sah er Hairflower. Seine Augen wurden riesig groß. Das konnte doch nicht sein. Was für ein Wesen! Er sah Hairflower in ihrer Haarpracht, sie schien mit der Wolke zu verschmelzen.

Hairflower wirkte auf ihn spirituell, wie ein Wesen der höheren Art ... oder wie ...

Gott? Aber sie war feminin ...

Hairflower: "Ich sehe meine Wirkung auf sie. Ja, ich bin ein höheres Wesen."

Pfarrer Unheilig: "Bist Du ... sind Sie ..."

Hairflower: "Ich bin nicht die Göttin Ihrer Religion. Suchen Sie bitte nicht darin nach einer Offenbahrung. Nun, sie haben diese Reise auf sich genommen, was versprechen sie sich davon und was ist Ihr Begehr?"

...

Es dauerte einige Zeit, bis sich die Gedanken von Pfarrer Unheilig wieder in geordneten Bahnen bewegten. Aber als er etwas sagen wollte, kam ihm der Bürgermeister zuvor.

Bürgermeister: "Wir haben in letzter Zeit einige seltsame Erfahrungen machen müssen, die wir mit unserem Wissen nicht erklären können. Wenn ich mich hier so umschaue, es ist eine Unmöglichkeit im Rahmen der Naturgesetze, so wie wir sie kennen. Aber es macht mir keine Angst, ich finde es lustig. All diese Wesen hier, mit ihren superlangen Haaren. Eine Art von Superwirklichkeit, die mir gefällt. Ich bin neugierig auf das, was dahinter steckt."

Hairflower: "Ist es nur die Neugier, die sie zu mir gebracht hat?"

Bürgermeister: "Nicht nur. Wir haben Probleme, die wir vielleicht nicht bewältigen können.
Wenn es dafür eine supernaturale Lösung gibt, mir ist sie willkommen."

Hairflower: "Sie suchen einen Zauberer, der ihre Probleme löst. Warum sollte ich das tun?"

Bürgermeister: "Weil sie es können."

Hairflower: "Es gehört auch ein Wille dazu. Jeder Eingriff in den Lauf der Welt kann Nebenwirkungen haben. Sie kennen das ja von ihrem Apotheker. Ich sehe nicht nur ihre Probleme, sondern vieles, von dem sie nichts wissen. Der Kosmos ist eine Gesamtheit, die all dieses Wissen mit einschließt. Ein Eingriff in den Lauf der Welt kann Instabilitäten hervorrufen, die sie zerstört. Stellen sie sich ein großes mechanisches Urwerk vor, in dem sie einen kleinen Teil in eine andere Richtung lenken wollen. Die Wirkung auf die Gesamtheit kann verheerend sein."

Bürgermeister: "Ich verstehe. Wenn meine Welt zerstört werden soll, dann wird sie zerstört, vielleicht nur deswegen, damit eine andere leben kann."

Hairflower: "Die Dinge sind nicht absolut unabwendbar. Davon zeugt bereits meine Existenz. Ich greife ein in den Lauf der Welt, wenn ich es für notwendig halte. Aber diese Eingriffe müssen von den Wesen getragen werden, die es betrifft. Wenn z.B. ein Haufen fanatischer Irrgläubiger eine Frau als Hexe verbrennen will und es mir möglich ist, ihr dieses Schicksal zu ersparen, dann tue ich es. Ich habe noch nie erlebt, dass eine Frau sich freiwillig als Hexe verbrennen lassen wollte."

Pfarrer Unheilig: "Aber wenn sie als Hexe erkannt worden ist ... Wir dürfen die Zeiten der Inquisation und Hexenverbrennungen nicht mit unseren heutigen Maßstäben messen."

Hairflower: "Welchen Maßstab möchten sie denn anlegen, Herr Pfarrer? Gehen Sie die Zeitlinie der Kirche ein wenig zurück. Was glauben sie, ist in den Köpfen der Inquisatoren vorgegangen, und in den Köpfen der Zuschauer, der Scharfrichter?"

Pfarrer Unheilig: "Sie waren vielleicht überzeugt davon, dass sie das Richtige tun."

Hairflower: "Vielleicht. Sie wissen es nicht. Ich zeige es Ihnen."

...

Pfarrer Unheilig ging in die Knie und schrie seine Qual hinaus. Nein, nein, nein, nicht, das nicht ... Dann verlor er das Bewusstsein.

Hairflower: "Ich habe ihm nur einen kleinen Teil der Wahrheit vermittelt, nach der er sein Leben lang gesucht hat. Ein wenig mehr davon hätte ihn getötet. Es ist nicht der Teufel, den er dort gesehen hat. Es sind die Gelüste der Menschen, die er in ihren Abgründen erfahren konnte."

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