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Hairflower 02

Hairflower verändert die Kausalität der Welt.

Hairflowers Wirken in der Welt

So, nun hatte sie der jungen Frau passende Kleidung besorgt. Nicht einfach nur herbei gezaubert, nein, aus einer Boutique. Was für ein Name ... nun ja, sie lernte ja noch.

Und das Geld dafür?

Wer spricht hier mit mir?

Der Hintergrund.

Okay, dann bist Du wohl auch für das ganze Wissen verantwortlich, das mir zufließt?

Hintergrund: Ja, das bin ich.

Schön, ein Hintergrund, der Fragen stellen kann. Zu Deiner Frage. Das Geld ... ein Teil von mir hat sich einen Kredit besorgt. Bei einer der Großbanken in Henkerstown.

Hintergrund: Und die Sicherheiten?

Das bleibt geheim. Die Welt muss ja nicht alles über mich wissen. Es reicht, wenn ich Bescheid weiß.

...

Hintergrund: Oder wurde die Kleidung gegen die Haare eingetauscht?

Das weißt Du nicht? Ich dachte, Du siehst alles. Nein, sie hat ihre langen Haare behalten. Sie will sie nicht mehr hergeben. Mehr als 3 Meter lange volle, dichte, glänzende Haare. Sie interferieren mit dem Sonnenlicht, wie leuchtende Diamanten. Sie braucht keinen Schmuck mehr. Die Haare sind so schön, dass jeder Schmuck sie nur schmälern würde.

Hintergrund: Du verdeckst Deine Wirkungen. Ich sehe sie nicht direkt. Erst später wird sich zeigen, was daraus wird. Was ist mit der Zeit, die sie für die Haarpflege braucht ...

Es sind Zauberhaare, sie pflegen sich selbst. Und sie beschützen sich selbst und ihre Trägerin.

Hintergrund: Also doch wieder gezaubert! Und dennoch Geheimnisse? ... Es ist kompliziert, wenn man die eigene Kraft nicht einsetzen will und Geheimnisse schafft, die man bewahren will ...

Hintergrund: Man?

Frau! Ich bin feminin!! Das ist meine eigene Wahl, wenn ich den Menschen gegenübertrete. Dieses Versteckspiel wird mir zu kompliziert. Ich nehme darauf keine Rücksicht mehr.

...

Hairflower wieder auf Wolke 7. So nannte sie nun ihr neues Heim. Und die Wolke war stabil. Sie konnte sich nicht mehr so einfach auflösen. Dafür setzte sie ihre Zauberkraft ein. Sollte sich doch jemand beschweren ...

Überall hatte sie die langen Haare um sich herum. Lady Godiva auf Wolke 7. Ja, das passte zu ihr.

Sie ruhte dort wie in einem sanften weichen Bett.

Hairflower hatte Gefallen gefunden, an den langen, superlangen, nicht enden wollenden Haaren. Kein Frisör, der ihr auch nur ein Stückchen davon abschneiden könnte. Wunderbar. Sie hatte etwas, das sie liebte.

...

Frisör? Dort unten ... eine Frau mit körperlangen Haaren in einem Frisiersalon. Der Meister und seine 3 Gesellen hatten ihr 25 lange Zöpfe geflochten und 13 Pferdeschwänze.

Aber ... die Pferdeschwänze verdeckten das Gesicht. Sie waren nach vorne gebunden. Etwas unpraktisch, es sei denn? Was hatten sie mit den Haaren vor? Es gab dort so viele Scheren ... Hairflower erkannte, was geschehen sollte.

Sie sah so traumhaft schön aus ... mit den langen Haare in ihrer vollen Pracht, und nun sollte das alles ab. Die Haare ganz kurz geschnitten. Warum nur? War sie ihrer Haarpracht überdrüssig?

Sie wollte sich verändern. Modern und adrett wirken.

Adrett? Was für ein Wort. Ist das überhaupt richtig geschrieben?

Hintergrund: Also kein äußerer Zwang hinter dem Haarschnitt?

Nein, eigentlich nicht. Oder ... vielleicht doch? die Schwiegermutter, der Schwager, die Mutter ... da waren einige, die ihr die Haare wegschwatzen wollten. Und dann die Nachbarin ...

Hintergrund: ... und der ganze Ärger mit der Haarpflege ... Allein für das Waschen braucht sie einen ganzen Tag, und dann das Entwirren, ständiges Aufpassen müssen auf die Haare ...

Ach, sie sollte ihre Haare spenden, für einen guten Zweck. Ihre ganze Umgebung war begeistert, das musste einfach sein. Endlich hätte sie danach mehr Zeit für die anderen ...

...

Meister Glatze hob seine Hände, wie ein Arzt, der eine Operation durchführen wollte.

Skalpell? Nein, nein, die Schere bitte.

Aber ... es ließ sich keine Schere finden. Alle Schneidewerkzuge waren verschwunden, wie aufgelöst. Nicht einmal mehr das Glatzenscheren konnte funktionieren.

"Was ist denn das hier für eine Schlamperei? Wo sind die Schneidewerkzeuge?"

Keine Antwort. Man muss die Dinge eben so nehmen wie sie sind ...

Und die Frau mit ihren noch immer langen Haaren? Nachdem die Angestellten von Meister Glatze bereits 30 Minuten vergeblich nach einem Schneidewerkzeug gesucht hatten, erhob sie sich aus ihrem Sessel und verließ einfach den Salon.

Gar nicht so unglücklich mit der Entwicklung ... dann mussten die Haare eben lang bleiben. Es war ja nicht ihre Schuld ...

Hintergrund: Das ist eine ganz wilde Spielerei. Hast du keine Angst, dass der Zeitstrom inkonsistent werden könnte? Dass Du ein Zeitparadoxon auslöst?

Warum? Der Zeitstrom wird durch die Handlungen des bewussten Seins bestimmt. Und ich bin hier Bewusstes Sein. Nur wenn er statisch wäre, könnte ich an seiner Verankerung rütteln. Ansonsten ... es gibt so viele potentielle Möglichkeiten für die Zukunft, meine Wirkung führt doch nur in eine mögliche Richtung. Und die Schlechteste ist es nicht ...

Hintergrund: Das sagt Du so einfach.

Ach, ich sehe den Zeitstrom vor mir, in all seinen Facetten. Es wird kein Paradoxon geben.

Hintergrund: Ob das alle so sehen, die die Veränderung spüren?

Und wenn nicht, wenn sich jemand beschweren will ...

Hintergrund: Angst hast Du ja keine, nicht einmal vor dem, was hinter Deinem momentanen Horizont lauern könnte.

Muss ich Angst haben, Hintergrund?

Hintergrund: Ich weiß es nicht. Du kommst aus dem Nichts und jede Bedrohung für Dich, sie ist eine Auseinandersetzung mit dem Nichts ...
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