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Hairflower 22

Hairflower zwischen zwei Menschenmassen, sie verhindert eine Straßenschlacht.


Menschen in der Masse

"Hairflower, du willst einen Milliardär belohnen ..."

"Janina, ich habe seine Vergangenheit und seine potentielle Zukunft gesehen. Auch unter dieser Spezies ist manchmal eine Goldmünze versteckt. Und wenn ich jemanden finde, der aus sich heraus die Dinge verbessern kann, nehme ich die Gelegenheit wahr."

"Aber Du willst ihm eine neue Jugend schenken ... womit hat er das verdient?"

"Denke bitte nicht an andere, was ich ihnen gebe oder nicht. Ich bin für Euch da, wenn ihr mich braucht."

"Entschuldige bitte, Hairflower, ich dachte nur ... ich ... "

"Es ist okay. Ich verstehe Deine Gefühle. Sieh, was geschieht und was geschehen wird."
...

Es herrschte Friede auf Erden. Friede? Vielleicht dort unten ... aber was ist mit den Kriegen in anderen Ländern?

Die sind ja weit weg.

Ist das nicht eine etwas einseitige Sicht der Dinge?

Nun gut, in Kleinkuckkucksheim unterhalb von Wolke 7 hat sich ein Milliardär etabliert. Offenbar legt er nicht unbedingt so viel Wert auf die unbegrenzte Vermehrung seines Vermögens. Viele der sozialen Einrichtungen leben richtig auf. Durch großzügige Spenden.

Arbeitsplätze gibt es auch für jeden der arbeiten will.

Will denn jemand nicht arbeiten?

Die gibt es auch.

In der alten Welt gab es doch die Jobcenter ...

Wer nicht arbeiten will, muss selbst sehen, wie er seine Zeit verbringen will. Es ist für das Nötigste gesorgt, Wohnung, Essen, Gesundheitspflege ...

Manchen reicht das aber nicht.

Dann schenke ihnen eine Hängematte.
...

Manche können nicht so viel arbeiten, wie der Durchschnitt der Bevölkerung, weil sie krank sind, oder nicht so widerstandsfähig, und wenn das allgemeine Alltagsbewusstsein sie trotzdem dazu zwingt?

Für Kranke gibt es die Ärzte ...

Sind die Ärzte nicht vor allem dafür da, um die Arbeitsfähigkeit der Bevölkerung sicherzustellen?

Die Kranken bekommen dann Medikamente, damit sie wieder arbeitsfähig sind.

Und diese legalen Drogen kosten ein Vielfaches dessen, was der Dealer auf der Straße verlangt.

Das geht nun aber doch zu weit.

Wieso? Warum fragt niemand danach, warum manche Menschen Drogen konsumieren? Ob die Ursache vielleicht im Alltagsstress begründet sein könnte? Damit sie überhaupt mithalten können?

Arbeit ist alles. Aber ... wem nützt sie vor allem?

Durch reine Arbeit können die vielen Millionäre kaum zustande kommen. Die fragt dann auch keiner mehr, ob sie arbeiten wollen oder warum nicht. Nur wer arm ist, der muss arbeiten. Daran erinnern ihn die Sozialsysteme jeden Tag.

Und die Jobcenter verpassen ihm die notwendige Einstellung dazu.
...

Hairflower: "Ich kann nicht alles verändern, was schief liegt. Und ich will nicht alles bestimmen. Aber ich wende mich gegen jede Form von Unterdrückung und Sklaverei. Dies ist kein notwendiger Bestandteil einer sich entwickelnden Zivilisation. Es ist eher ein Krankheitssymptom, das kuriert werden kann. Dafür bin ich hier und dabei bitte ich um eure Hilfe."
...

Menschenmassen in Bewegung. 20000 auf der einen Seite, 20000 in Opposition. Es sind gerundete Zahlen.

Kann man Menschen denn runden?

Waren es vielleicht verfeindete Fans zweier Fußball-Clubs?

Oder eine Sammelbewegung gegen Rassismus ... auf der einen Seite? Auf der anderen Seite dann die ewig Gestrigen?

Linke und Rechte, Fanatiker und Pazifisten. Gutmenschen und die weniger Guten.

Mit denen man nicht redet.

Pazifisten? Neigen die jetzt auch schon zur Gewalt?

Die beiden Gruppen marschieren aufeinander zu.

Was wird passieren, wenn sie aufeinander prallen?

Es sind junge Menschen, aufgeheizt durch Emotionen. Sie suchen die Stärke in der Gemeinschaft und wollen dafür einen Beweis ...

Den die anderen Seite leisten muss.

So vereinfachen sich die Sichtweisen. Aber ... wo ist da nur die individuelle Intelligenz geblieben? Aufgefressen durch den Rausch der Massenhysterie?

Die Masse hat keine Eigenintelligenz. Sie reagiert nur auf Gefühle, die sich darin verstärken.

Noch waren die Menschenmassen etwa 500 Meter voneinander entfernt. Die Ersten begannen bereits zu laufen, als wenn sie es nicht abwarten können ...

Zu sterben?
...

Ein grelles Licht in der Mitte zwischen den beiden Lagern. Es blendete die Augen. Und ein Donner, der es in sich hatte.

Wer nicht sehen kann, der soll zumindest hören.

Die beiden Züge gerieten ins Stocken. Aber von hinten wurde nachgeschoben. Das konnte nicht gut ausgehen.

Ein mächtiger Gedanke etablierte sich. Jeder konnte es hören. Und jeder konnte sie sehen, in ihrer märchenhaften Gestalt ...
...

<< Öffnet eure Augen weit und seht, was hier gleich passieren wird und was verhindert werden kann. >>

Bilder einer Massenschlägerei. Ausgetragen mit Fäusten, Knüppeln, Messern und Pistolen. Und eine Massenpanik, hervorgerufen durch die Explosion von Granaten. Einfach willkürlich in der Menge gezündet, ohne Rücksicht, ob dabei die eigene oder die andere Seite getroffen wurde
...

Überall Blut. Zerfetzte Körper, abgetrennte Gliedmaßen. Das Ende der Schlacht: mehr als 300 Tote.

Dann die Bilder ihrer Familien, das Trauern der Angehörigen und Freunde. Ein Ozean von Tränen.
...

<< Nun habt ihr gesehen, was passieren wird. Wollt ihr das wirklich? >>
...

Die beiden Züge kamen zum Stillstand. Das mussten ihre Teilnehmer erst einmal verdauen. Die ganze Wut und der Hass, überlagert von den Bildern des Schmerzes und des Leidens.

Was kann ein menschliches Gehirn verarbeiten und zu welchen Ergebnissen kann es dabei kommen?

Ein solches Ereignis ist in der Evolution nicht vorgesehen. Ob sie es einfach ignorieren werden?

Denn was nicht sein kann, gibt es auch nicht.

...

<< Was steht hier an, Alter? >>

Ein Gedanke unter vielen Gedanken. Er war allen zugänglich.

<< Telepathie? >>

<< Das ist ja wie in einer virtuellen Realität. >>

<< Ob das hier überhaupt real ist? >>

<< Vielleicht ein Betäubungsgas. Oder Strahlen, die uns unsere Sinne rauben. >>

<< Das ist nicht Akte-X. >>

<< Oder vielleicht doch? >>

<< Wer bist Du? >>

Mein Name ist Hairflower.

<< Haarblume ... mit superlangen Haaren. Wozu ist das gut? >>

Es gefällt mir.

<< Eine Superhippie. Ist das nicht längst überholt? >>

<< Bist Du Gott? >>

Vielleicht. Wenn ihr es so wollt?

<< Nein. Ich war schon immer Atheist. >>

<< Was kannst Du für uns tun? >>

<< Sollen wir Dich anbeten? >>

<< Welche Ziele hast Du. >>

<< Lass uns doch einfach weiterlaufen. >>
...

Ich möchte, dass ihr euch besinnt. Macht euch Gedanken über das, was ihr wirklich wollt. Ist denn eine Schlägerei alles, was euch glücklich macht? >>

<< Ja, lass uns doch einfach rein hauen. >>

<< Was gibt es sonst noch? >>

<< Wut, wir haben so viel Wut in uns drin. >>

<< Sie muss raus, die Wut. >>
...

Ich verstehe eure Wut. Und ich möchte euch helfen, damit klar zu kommen. Die Wege zu einem besseren Leben. Sie sind greifbar, denn es gibt nun mich.

<< Für das Paradies? >>

<< Ein Leben im Jenseits, das hatten wir doch alles schon. >>

Nein, im Hier und jetzt.

<< Ein lobenswerter Gedanke. Aber ... was ist mit den Autoritäten? Den Reichen, den Mächtigen? >>

<< Die die Welt unter sich aufgeteilt haben. >>

<< Für die wir nicht mehr sind als ein Haufen Scheiße. >>

Sie haben für das, was ich hier vorhabe, keine Relevanz.

<< So viel Macht willst Du haben? >>

<< Das kann ich nicht glauben. >>

<< Es gab schon so viele Heilsbringer. >>

<< Und Scheinheilige. >>

<< Nein, dann schon lieber eine Prügelei. >>

Ihr wollt Euch prügeln. Seht diese 20 Neandertaler hier, sie stehen euch zu Verfügung.

Mit einem mal standen dort zwanzig Neandertaler, mit schweren Keulen in den Händen.

Aber niemand aus der großen Menge traute sich ... Selbst die gröbsten Raufbolde blieben stumm.
...

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