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Hairflower 26

Ein Liebespärchen in tödlicher Gefahr.


Liebe ist alles

Sie waren ein Liebespaar. Eng umschlungen, aber immer noch in züchtiger Kleidung, lagen sie beide zusammen auf Josephas Bett. Sie spürten die Wärme ihrer Körper. Es war wunderschön.
Und es war warm, unter den langen Haaren, die beide bedeckten. Die Haare vermittelten so ein schönes Gefühl der Geborgenheit, als wenn sie die ganze Außenwelt fern halten könnten.

Schwarze Haare und schwarze Haut, man konnte beides kaum auseinanderhalten.

Wenn man nicht genau hin guckte.

"Alania, bitte lass uns beide nackt sein. Ich möchte Deine Haut spüren ... und sie mit meiner vereinigen."

"Lass uns Haut und Haare und Körper und Seele eins werden."

Und es geschah.

Sie streichelten sich gegenseitig, küssten Haut und Haare mit dem Mund,  jeden einzelnen Quadratzentimeter Haut und jeden hundertstel bis zehntel Millimeter Haare, alles wollte geliebt werden, und dann?

Wie kann ich mich selbst gestreichelt fühlen, wenn ich Haut und Haare eines geliebten Wesens berühre?

Es ist so. Man muss es nicht hinterfragen. Einsichten, die nur die Liebenden begreifen lernen ...

Dann berührten sich ihre Zungen ...

Lesbian Kiss.

Zwei banale Worte, aber sie können eine so tiefe Bedeutung haben.

Gefühle der Lust durchströmten die beiden. Es war ein Paradies, dass sie beide umfasste. Sie spürten die Schönheit ihrer Körper und die der Seele darin. Ein alles umfassendes Gefühl von Liebe erfasste sie, ja, das konnte nur Liebe sein.

Eine verbotene Liebe in einer Welt, die nur geschlechtliche Beziehungen zwischen Mann und Frau erlaubte. Dabei hatte die Frau gefügig zu sein und keine Lust zu empfinden. Dass dem so war, dafür sorgten schon die Altvorderen.

Aber nicht hier! Die Familie hatte versagt.

Was würde nun mit ihnen geschehen?

Draußen hatten sich bereits einige Dutzend Moralwächter versammelt. Sie wollten diesen Sündenpfuhl auslöschen. Man würde den beiden die Geschlechtsteile beschneiden, damit sie gar nicht mehr auf solche Gedanken kommen konnten.

Und sie dann steinigen. Einige hielten bereits schwere Steine in den Händen.

Warum erst beschneiden, wenn sie danach doch getötet werden sollen?

Die Prozedure muss eingehalten werden. Sie sollen die Bestrafung im Hier und Jetzt deutlich spüren, bevor sie in der Verdammnis verschwinden.
Frauen hatten gefügsam zu sein und keine Lust zu empfinden. Das führte nur zu sündigen Verhalten, Neid, Eifersucht und machte die Männer verrückt.
Aber diese beiden hier, sie haben gegen die heiligen Gesetze der Moral verstoßen, die man ihnen gelehrt hat. Das fordert eine besonders schwere Bestrafung.

Warum muss eine Liebe in Blut und Qual enden? Für andere, die sich einfach nur einmischen, weil sie selbst nichts davon haben?
...

Die ersten Steine flogen durch die Fenster. Es würde nicht mehr lange dauern ... beide Liebende hielten sich aneinander fest und verloren sich in ihren Gefühlen, jede einzelne Sekunde zählte dabei.

So eng liegen Paradies und Hölle nebeneinander? Und das Paradies endet in der Hölle?

Nicht wenn es ein Bewusstsein gibt, das genau dies zu verhindern weiß.

...

3 schwere Steine lagen im Wohnzimmer. Aber was war das? Die Steine bewegten sich ... rückwärts in der Zeit? Sie flogen durch das Fenster zurück, wo sie her gekommen waren.

Ein lautes Aua-Geschrei war die Antwort. So etwas ... das hatte es noch nie gegeben. Die Schuldigen hatten sich ihrer Bestrafung zu fügen!

Verwirrung bei den Moralwächtern. Nein, das ging überhaupt nicht. Die Sache musste sofort beendet werden.

Drei von ihnen stürmten gegen die Eingangstür, wollten sie eintreten .... und lagen mit dicken blauen Flecken auf dem Boden.

Keine gebrochenen Beine? Wenn man bedenkt, was sie vorhatten zu tun ...

Nein, hier agiert keine Teufelsfairy. Sie sollen ihre Grenzen kennen lernen, aber es muss sie nicht ernsthaft verletzen.

Die Tür hatte sich keinen Zentimeter bewegt.

Mit offenen Mündern schauten die anderen zu. Das, das, das ging doch nicht mit rechten Dingen zu. Die beiden mussten Hexen sein. Wenn das Steinigen nicht gelang, dann mussten sie brennen.

Aber keiner hatte eine Fackel dabei und Streichhölzer gab es auch nicht. Wo das Feuer her nehmen?

Zu allem Überfluss begann es auch noch zu regnen. Die Fluten des Himmels spülten die Versammelten hinfort. Hilfeschreie ertönten, sie konnten doch überhaupt nicht schwimmen ...

So war unser Liebespaar wieder für sich allein. Und die Fenster ... sie hatte sich scheinbar von selbst repariert.

...

Eine sanfte Stimme war mit einem mal im Liebesraum des Pärchens zu hören.

"Lasst Euch nicht stören, findet die Ruhe, den Frieden und das Glück in Euch selbst. Ich werden derweil über Euch wachen."

Ein Wächter? Sicher kein Moralwächter.

"Mein Name ist Hairflower. Ich komme direkt von Wolke 7."

"Ohhh. Hairflower ... Wolke 7. Wir ... sind doch nur so kleine Wesen."

"Die mir wichtig sind. Ich habe eine Bitte an Euch. Ihr seid weiblich und ich bin weiblich, schaut mich an, mögt ihr mich?"

Stille. Dann trafen sich die Blicke aus 3 Augenpaaren und ...

"Hairflower, wir würden Dich gerne zwischen uns haben."

Hairflower näherte sich den beiden. Sie machten ihr bereitwillig Platz und ... es begann eine sanfte Liebe zu dritt.

Wie denn das?

Liebe mit und zu einer Göttin, warum soll sie nicht körperlich möglich sein?

Und die Haare von Hairflower?

Sie füllten den ganzen Raum aus und bewegten sich wie Federn im Wind. Gerade so, dass sie nicht störten.

Also, eine Göttin hat Sex mit ...

Ja. Und es ist okay. Sie liebt die Körper der Menschen, sie sind heilig für sie, und sie hat im Hier und Jetzt selbst einen menschlichen Körper, mit all den Empfindungen, den er haben kann.

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