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Hairflower 03

Hairflower auf der Suche nach dem eigenen Ich.

Ein Gespräch mit dem Hintergrund der Welt

Hairflower: Genug mit diesem Zwischenspiel. Lass mich weiter von den langen Haaren schwärmen.
Ist es nicht eine wundervolle Idee, den menschlichen Körper damit auszustatten?

Obwohl, gibt es dahinter wirklich eine Idee? Oder hat sich alles nur entwickelt, in einer Evolution, die mit Versuch und Irrtum umzugehen weiß?
Ohne dass das Ergebnis am Anfang bereits feststeht? Und bedarf es dann eines Ichs, um das ganze bewerten zu können?
Was aber ist mit den vielen Ichs, die alles unterschiedlich sehen können?

Hintergrund: Ich kann nicht alle Deine Fragen beantworten. Du bist aus der Evolution des Kosmos heraus nicht erklärbar.
Es gibt dich dort nicht. Und doch bist du da, oder zumindest Deine Wirkungen haben ein Gewicht. Wirkungen, die scheinbar aus dem Nichts kommen.
Und ich erkenne Deine Gedanken, bevor sie Gestalt annehmen. Und sie nehmen Gestalt an, wie bei einer Göttin.

Hairflower: Meine Gedanken, Du erkennst meine Gedanken ... dann bin ich doch mehr als ein Nichts, da ich wahrgenommen werde ...

Hintergrund: Deine Wirkungen, sie sind real wie Deine Gedanken. Du bewegst dich durch die Zeit, und ich erkenne Deine Spuren ... Aber alles nehme ich nur wahr, weil Du es willst ... 
Fußspuren in der Zeit. Du willst nicht unsichtbar sein.

Hairflower:  Es wäre auch etwas merkwürdig. Wirkungen eines unsichtbaren Geistes, die sich in einer kausal bestimmten Welt niemand erklären kann ...

Hintegrund: Auch solches passiert bisweilen ... Ich bin neugierig, wie Du mit solchen Phänomenen umgehen wirst, wenn Du auf sie triffst.

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Der Weg durch die Zeit, oder mit der Zeit. Hairflower erforschte die hyperdimensionale Struktur der Zeit.

Es schien ihr fast so, als wäre die Zeit ein lebendes Wesen, die ihre eigene Richtung ständig neu bestimmte und die ihre eigene Vergangenheit verändern konnte.
In jedem Moment, als Ergebnis eines bewussten Seins.

Das Leben als Quelle eines Zeitstromes. Es gab den Impuls, der sich im Rahmen der Kausalität fortpflanzte. Aber nicht nur. Es gab mitunter nicht kausal bestimmbare Ereignisse, die die Vergangenheit eines Zeitstromes veränderten, um dem Ereignis eine Legitimation zu geben.

Kausalität, sie sah aus wie eine Idee, die irgendwie dort hinein gekommen sein musste. Und es gab Widersprüche dazu.
Nun ja, sie hatte ja noch so viel Zeit, all diese Dinge zu erforschen.

Ihre Zeit ... Hatte sie eine Eigenzeit, die unabhängig von der zu erforschenden Begegebenheit war?
Oder hatte sie die vorhandene Zeit einfach nur adaptiert, mit ihrem unbegründbaren Hiersein?

Bleiben wir lieber noch ein wenig bei den Haaren.

Es gab sie ja auch bereits in natürlicher Form, aber die Menschen wussten sie nicht so richtig zu schätzen oder einzuordnen, in ihrem Sein.

Hintergrund: Hängt das nicht von der persönlichen Einstellung ab?

Ja, das tut es. Aber das Business-Life dort unten, es abstrahierte von den natürlichen Ursprüngen der Menschen.
Die meisten laufen ja fast kurz geschoren herum. Warum dann nicht gleich eine Glatze? Mit Haarentfernungsmitteln ist das kein Problem.

Und es kann dabei Geld gespart werden, für den zwei oder vierwöchigen Frisörbesuch.

Hintergrund: Und die Arbeitsplätze, die daran hängen?

Ja, die Arbeitsplätze. Ein verlorenes Gewerbe, wenn sich niemand mehr die Haare schneiden lassen würde ...
Muss denn auf alles und jedes Rücksicht genommen werden?

Hintergrund: Warum nicht?

Und wenn sich die Dinge widersprechen? Nicht immer lässt sich ein Kompromiss finden. Wenn verschiedene Dinge nach Dominanz streben

...

Nun ja, wie auch immer. Das Schönheitsideal hat sich den Gegebenheiten angepasst.

Zumindest bei den männlichen Repräsentanten der Zivilisationen, wenn ich mich dabei auf Erwartungswerte beziehen darf. Individuell gibt es Abweichungen.
Aus meiner Sicht sehen sie eher aus wie geschorene Sklaven der Vergangenheit, um sie von den Wohlgeborenen zu unterscheiden.

Hintergrund: Du verallgemeinerst von den Beobachtungen einer raum-zeitlich lokal begrenzten Zivilisation auf die Erscheinungsformen der Welt als Ganzes?

Du hast recht. Das geht so nicht. Also lassen wir es bei einer raum-zeitlich lokal begrenzten Reaktion auf eine beschränkte Beobachtung.

Hintergrund: Einsichtsfähig bist Du ja. Damit haben wir eine Bewertung unserer momentanen Diskussionsinhalte, die ich akzeptieren kann.

Hairflower: Okay, ich möchte noch ein paar Gedanken dazu beitragen. Ist es nicht so, dass viele in dieser Beobachtung ihr Dasein freiwillig ertragen? Als wäre es etwas Besonderes, in den Diensten von Jemandem oder oder einer Organisation zu stehen?

Lange Haare, sie brauchen Pflege, bieten Individualität, alles Dinge, die die Vermehrung des Reichtums von denen behindern könnten, die Ziele vorgeben, die andere zu erreichen haben.

Wir schaffen das.

Die das Schaffen wollen propagieren sind meistens kurzhaarig. Als Vorbild, wie der Schaffende zu sein hat. Und die Frauen mit ihren vormals langen Haaren?

Hintergrund: Sie haben mitunter noch lange Haare. Aber nach und nach verschwinden sie, je mehr sie sich dem Vorbild ihrer männlichen Kollegen annähern ...
Oder sie revoltieren gleich mit einer Glatze, um den männlichen Rivalen noch ein Stück voraus zu sein.

Oder ... der Haarschnitt wird erzwungen. Durch Autoritäten, oder zum Vergnügen der Anderen. Die sich besonders freuen, wenn das ganze mit Trauer oder Tränen abläuft.
Die menschliche Spezies hat einige merkwürdige Eigenschaften, dazu gehört auch das Empfinden von Freude oder Lust, wenn andere leiden müssen.

Und ich, Hairflower? In meiner Inkarnation als Mensch? Habe ich diese Eigenschaften gleich mit adaptiert? Kann ich überhaupt unabhängig davon sein?

Hintergrund: Diese Frage musst Du selbst beantworten. Schließlich bist Du das bewusste Sein hier ...

Hairflower: Nun ja, als Storch war ich immer noch ein Wesen mit eigenen, sich selbst bewusst werdenden Gedanken.
Und als Göttin haben meine Gedanken einen Impact auf die Umgebung, eine Wirkung ohne Kausalität und Gegenkraft.
Nur das dahinter in mir, gibt es dort wirklich ein eigenes Ich?

Andernfalls wäre auch ich nur ein Teil dieser Evolution, in die ich hinein gesprungen bin.
Aber das erklärt nicht meine Zauberkraft, die nicht aus dieser Evolution stammt.
Denn sie ist unabhängig von der dort vorhandenen Kausalität, und alle anderen Ereignisse der Evolution sind dieser Kausalität unterworfen.

Ich frage mich, ob diese Kausalität ein eigenes Bewusstsein hat?

Oder gibt es eine Magie, die wie ich unabhängig davon agieren kann und ich bin ein Teil dieses Konzeptes?
Dann freue ich mich schon auf meine Zauberkollegen! Mal sehen, ob deren Ursprung erklärbar ist.

Hintergrund: Das sind viele Fragen. Aber kannst Du Dir vorstellen, dass Kausalität nur eine Illusion ist? Und dahinter steckt das absolute Chaos ... ?

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