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Hairflower 08

Hairflower erfüllt die Wünsche von Janina und Friedrich
und lässt der Welt ihren eigenen Lauf.

Hairflower im Dialog mit Janina und Friedrich

Friedrich: "Es gibt 12378 Fälle von Kindesentführungen ... Kinder, die jünger als 13 Jahre alt sind. Jungen und Mädchen."

Janina: "7317 mal wurde ein Mädchen entführt, das zwischen 13 und 18 Jahre alt ist! Und das alles nur, um die Lustgeilheit von alten Männern zu befriedigen."

Janina: "Oder den Kinderwunsch von Unfruchtbaren. Manchmal brauchen die Reichen ein Kind als Statusobjekt, so wie andere ein Auto. Manche wollen auch nur herrschen und besitzen. Puppen reichen da nicht mehr."

Friedrich: "Oder für die Prostitution des Geldadels. Denen reicht das gewöhnliche Warenangebot nicht mehr."

Hairflower: "Und den allen soll ich helfen?"

Janina: "Wir ... wir können es doch nicht einfach geschehen lassen!"

Hairflower: "Das sind zum Teil Ereignisse einer vergangenen Zeit. Das ist doch so, als würde ich Textstellen in einem Buch verändern wollen, weil die Geschichte nicht passt. Und was geschieht dann mit dem Rest der Geschichte?"

Friedrich: "73 Fälle davon sind heute passiert!"

Hairflower: "Das kriminelle Potential dieser Welt, wenn ich alle Verantwortlichen dafür in die Hölle schicke ..."

Freidrich: "Gibt es sie denn, die Hölle?"

Hairflower: "In dieser Fantasiewelt gibt es sie. Es gibt auch einen Gott, der darüber wacht, dass seine Gebote eingehalten werden."

Janina: "Diese ganzen Zwangsrituale, dann haben sie einen Sinn?"

Friedrich: "23 Gebete am Tag, von denen jedes mindestens 4 Minuten zu währen hat ..."

Janina: "Der Tag hat 24 Stunden!"

Friedrich: "Die eine Stunde erfordert eine besondere Zeremonie, eine Reinigung von allem irdischen, das Sünde sein könnte ..."

Janina: "Ja, ich weiß. Und das alles muss bis ins Detail korrekt ausgeführt werden."

Friedrich: "Sonst ...."

Janina: "Und was geschieht mit den Ungläubigen?"

Hairflower: "Nun, die haben ihre eigenen Götter. So ist das nun mal, in einer Fantasiewelt. Nach dem Tode müssen sich die verschiedenen Götter dann einigen ..."

Janina: "Gab es da nicht einmal so eine Folge in South Park ... über die verschiedenen Religionen?"

Hairflower: "Eine Zeichentrickserie, ich erinnere mich. Aber es gab dort nur eine wahre Religion. Die Auswahl schien mir eher zufällig zu sein."

Janina: "Und hier?"

Hairflower: "Die Entitäten ringen um Kompromisse. Manchmal fressen sie sich auch gegenseitig auf."

Friedrich: "Dann ... ist die spirituelle Welt nicht viel weiter entwickelt als die reale?"

Hairflower: "Nein. Wozu sonst fordern die Götter, dass ihre Anbetung das oberste Gebot von allen sein muss? Weil sie für sich selbst nicht all zu viel übrig haben?"
...

Janina: "Hairflower, Du kannst ganz schön zornig sein. Und deine Haare ... sie leuchten wie Feuer, sie sind jetzt feuerrot und so düster ... als wenn sie die Welt verbrennen wollen."

Hairflower: "Entschuldigt bitte, ich wollte Euch keine Angst machen."

Janina: "Ist schon gut. Nur ... ich habe Dich noch nie so zornig gesehen."

Hairflower: "Ich denke darüber nach, was ich tun kann. Der Zorn, so lange er ist, geschehen keine Konsequenzen. Ich bin keine Gottheit, deren Gedanken und Gefühle den Lauf der Welt bestimmen, so bald sie da sind. Ich muss es wollen. Aber was will ich? Ich möchte nicht der Herrscher dieser Welt sein. Aber ich habe doch Euch, Ihr seid meine Freunde."

...

Janina: "Dann sind wir es, die Dir einen Rat geben können?"
...

Gut, wir schaffen einen Fluchtpunkt, eine neue Welt mit einem moralischen Tor, durch dass nur diejenigen gehen können, die reinen Willens sind.

Aber das klingt doch schon wieder, wie die Tür zu einem Paradies aus einer alten Religion! Die Belohnung für das Leben nach dem Tod?

Wir wollen doch die Lebenden schützen. Was mit den Toten geschieht? Weißt Du es, Hairflower?

Ich könnte es wissen, wenn ich will. Aber ich will es nicht nicht wissen, nicht jetzt.

Eine Göttin, die unwissend sein möchte?

Seid doch bitte nicht so streng mit mir. Ich komme aus dem Nichts und ich versuche zu verstehen. Ich empfinde Sympathie für Euch beide und versuche darüber zu lernen. Ich sehe, wie aufgewühlt ihr seid und ich kann Euch helfen. Aber ich muss wissen, was ihr wollt.

Wir ... wir möchten, dass ihnen geholfen wird. Den Sklaven, den Verfolgten, den Geschändeten, die in Ohnmacht leben müssen. Ob sie nun zu einem Gott beten oder nicht. Es ist so grausam, was mit ihnen geschieht.

Gut, ich verstehe Euch. Und euer Wille soll nun geschehen.
...

Haribert der Einäugige aß sein letztes Stück Brot, das ihm noch geblieben war. Der Lohn für einen Tag Arbeit. Nun hatte ihn sein Herr hinaus geschmissen, er sei zu teuer, und überhaupt, man müsse doch nicht jeden durchfüttern. Es gäbe ohnehin schon viel zu viele von seiner Sorte ...

Es musste wohl so sein. Wenn den Unteren der Sinne ihres Lebens genommen wurde, den Oberen dienen zu dürfen ...

Er empfand keinen Zorn, nur Scham. Warum nur war er so unwürdig, so ein schlechter Mensch ... bestand der Sinn seines Lebens nur darin, dass ihm dieses unwürdige Sein bewusst werden möge? Ja, die Altpfaffen predigten es von ihren Kanzeln. Es musste wohl die Wahrheit sein ...

Was wollte nur dieser Vogel von ihm? Warum schaute der ihn so durchdringend an. Und was hatte er in seinem Schnabel ... einen ganzen Laib Brot! Wollte der Vogel ihn füttern ...

Und so geschah es. Die Vögel versorgten die Armen und Hungernden mit dem Lebensnotwendigen.

Das blieb nicht unbeobachtet.

Hasenfuß, der Großkotz, er wollte seinen Augen nicht glauben. Dieser Vogel, nein, den würde er einfach hinweg pusten. Er nahm sein Gewehr, legte an ... und ... nichts geschah.

Ja, wenn man so blind auf die Funktionsfähigkeit von Dingen vertraut, nur, weil sie schon immer funktioniert haben ...

Ich werde den schon kriegen und den Unwürdigen bestrafen. Der mit dem einen Auge. Das Brot war bestimmt gestohlen, es konnte ja gar nicht anders sein. Der Unwürdige besaß ja nichts. Dafür würde er ihm eine Hand abschlagen, oder gleich beide, damit der die Qual des Lebens auch wirklich verstehen möge und niemals wieder etwas stehlen könne.

Hasenfuß nahm ein Schwert aus dem Schrank und machte sich auf, das Haus zu verlassen. Aber ... er fand die Türklinke nicht mehr. Was war denn das? Auch das Fenster ließ sich nicht mehr öffnen und die Scheibe war hart wie Diamant.

Er war gefangen in diesem Raum.

An den Wänden sah er Schatten. Sie wurden zu Bildern, Bilder aus seinem Leben. Nein, aus dem Leben derjenigen, die unter ihm gelitten hatten ... er spürte ihre Gefühle ... und den Schmerz.

...

Hairflower: "Lasst uns diese Welt wieder verlassen. Die Dinge sind gerichtet. Jeder, der andere gequält hat und immer noch quälen will, er wird in seinem eigenen Selbst gefangen bleiben. Und die anderen, sie haben die Chance, ihr Leben neu zu gestalten. Die Tiere helfen ihnen und die kleinen Feen, die ich zurück gelassen werde. Aber auch die Geretteten ... sie müssen es wollen, das Leben und sie müssen bereit sein, etwas dafür zu tun. Das Land, in dem nur Milch und Honig fließt, es verliert sich in seiner eigenen, unendlichen Monotonie. Es ist wie der Tod und das wollen wir doch nicht, oder?

Die Hölle, sie kommt nun zu denen, die sie verdient haben. Damit greife ich ein in den Lauf der Welt. Sie ist nun anders, anders als das, was vorher war. Aber auch ich weiß nicht wirklich, ob dadurch etwas Schöneres und etwas Besseres entstehen wird ...

Weil Du es nicht selbst bestimmen willst! Du lässt den Dingen ihren Lauf!

Sei doch bitte nicht so streng zu Dir, du hast versucht, etwas zu ändern, etwas zu verbessern, weil Du die Macht dazu hast. Und das ist gut so. Es liegt nun an der Welt, was sie daraus macht ...
...

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